Selten sind Eingeständnisse so eindeutig und gleichzeitig einfach nur lachhaft wie in diesem Fall bei den slowenischen Meisterschaften der Hochseesegler vor Izola. Immerhin lag das Aquila Sailingteam nach drei Wettfahrten bei mittlerem Jugo an zweiter Stelle, nur einen Punkt hinter Mitja Kosmina, der unter anderem schon vier Mal die Barcolana gewinnen konnte. Nicht irgendwer, also. Allein die Rückstände in den einzelnen Rennen regten zum Nachdenken an. Nachdenken nämlich, ob man lachen oder doch lieber weinen sollte. Lächerliche 1,2 Sekunden fehlten in der ersten Wettfahrt, 1,4 Sekunden in der zweiten und gar nur 0,1 Sekunden in der dritten. Luis rettete die Situation, indem er die Schuld auf sich nahm: „Wenn ich das gewusst hätte…“ – wie anständig von ihm. Man beschloss ruhig zu bleiben und auf faire Bedingungen für das abschließende, doppelt zählende Coastalrace zu hoffen.
Am Sonntag hatte sich der Jugo verabschiedet und beim Start blies die frische Bora mit 20 bis 25 Knoten. Perfekte Bedingungen und doch begann die Wettfahrt problematisch. Ein Backstagblock hielt dem Druck nicht stand und zerbrach just im Augenblick des Startsignals. Wenige Minuten später war ein Reserveteil montiert und damit das Problem Geschichte. Ein toller Ritt mit dem Gennaker folgte und das Boot nützte eine leichte Konzentrations-schwäche des Steuermanns (er wurde vom Taktiker abgelenkt…), um auf 21,23 Knoten zu beschleunigen.
Schließlich errechnete der Computer auch noch zwei Wettfahrtsiege und damit hatte das Team nicht nur bei der Tombola vier Abonnements des slowenischen Magazins, sondern am Wasser auch noch die Regatta gewonnen. Mitja Kosmina darf seinen 7 zweiten Plätzen bei der Barcolana einen weiteren hinzufügen und Luis wird vermutlich demnächst im Fitnesscenter gesichtet.