Es ist schon faszinierend, welche Mühen man auf sich nimmt, um bei ungewissen Bedingungen einen Felsen mitten in der Adria zu runden. Irgendwie übt dieses Rennen über fast 400 Seemeilen eine fast magische Anziehungskraft auf die österreichische Seglerfamilie aus, der sich heuer auch das Aquila Sailingteam nicht entziehen konnte. Vielleicht, weil es die einzige österreichische Regatta über mehrere Tage und Nächte ist. Vermutlich auch, weil es in einer Einheitsklasse gesegelt wird und damit spannende Zweikämpfe erwartet werden können. Sicher aber, weil immer mehr eingespielte Crews antreten und damit den sportlichen Wert entsprechend heben. Auf jeden Fall ist das allgemeine Interesse derart groß, dass der Server zusammenbrach, als zu viele Mitfiebernde auf das Livetracking zugreifen wollten.
Das Wetter ließ zunächst zu wünschen übrig, Start bei Regen und auffrischender Bora. Das Aquila Sailingteam arbeitete sich rasch einen kleinen Vorsprung heraus und führte das Feld Richtung erster Wendemarke. Als die Bora überraschend vor Zadar einschlief, konnte sich die Crew um Martin Hartl deutlich absetzen. Eine Vorentscheidung, wie sich zwei Tage später herausstellen sollte. Kurze Zeit später frischte die Bora erneut auf und erreichte in weiterer Folge Spitzen bis 38 Knoten.
Leider blieb das Aquila Sailingteam nicht von Materialproblemen verschont. Zunächst explodierte der Spibaumbeschlag, später teilte sich der Gennaker in ein kleines und ein großes Stück. Den Spibaum konnten wir später provisorisch flicken, der fehlende Gennaker beraubte uns allerdings einiger Möglichkeiten.
Trotzdem blieb das Rennen lange offen. Das Wetter besserte sich, der Wind flaute deutlich ab, blieb aber über die gesamte Distanz immer vorhanden. Das Sailingteam Austria von Martin Hartl gab sich allerdings
keine Blöße und siegte souverän. Nach achtstündigem Matchrace gegen die Crew um Sylvia Vogl behielten die Aquilanten immer die Nase vorn und erreichten die Ziellinie vor Biograd als Zweite.
Für das Aquila Sailingteam ein gelungener Auftakt der Saison. Erneut eine mannschaftlich sehr gute Leistung, die Mut für die anstehenden Aufgaben macht.