Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben. Zum Beispiel, dass der Name „Björn“ für den Durchschnittsösterreicher eine unaussprechliche Hürde darstellt und man daher lieber auf den Kosenamen „Jörg“ zurückgreift. Warum Anna dabei zum durchaus komplizierteren Jaqueline wurde und Olaf im letzten Moment noch zu Oliver mutierte, konnte hingegen bis zuletzt keiner erklären.
Aber nun zum seglerischen. Noch vor der ersten Wettfahrt begann die Regatta mit kleinen Hindernissen. Trotz Abklärung mit dem Veranstalter im Vorfeld (GPH-Grenze für die italienische Meisterschaft liegt ansich bei 480, Aquila und Sonic segeln etwas schneller) kam es zu lautstarken Protesten der italienischen Sieganwärter, die partout die schnellen Ösi-Schiffe nicht dabei haben wollten. Der Veranstalter hielt jedoch dem Sturm stand, erfand kurzerhand eine neue Klasse und ließ uns statt in der italienischen Meisterschaft in der „Trofeo San Rocco“ fahren. Damit war die Sache (bis auf ein paar wenige Beschimpfungen durch ausgewählte Gegner) erledigt.
In Punkto Wind zeigte sich Triest von seiner trickreichen Seite. Dreher und deutliche Druckunterschiede forderten die Taktiker und nicht zu Unrecht setzte sich zuletzt die Elite der italienischen Profis durch.
Aber auch die Mannschaft der Aquila darf mit ihrer Leistung zufrieden sein. Bootsspeed und Manövertechnik werden immer besser und trotz diverser Hoppalas in den einzelnen Wettfahrten (Stichwort: „Konsenslose Halsen“) konnten wir zumindest in zwei der sechs Wettfahrten ganz vorne mitmischen. Am Schiff wurde nichts Irreparables demoliert und Felix darf weiter hoffen, dass wir einmal einen Wettfahrtstag ohne zerrissenen Gennaker beenden.
Einzig offen bleibt die Frage, ob alle Crewmitglieder, die im Laufe der Woche ihre Namen eintauschen mussten, diese wohl nach der Sommerpause zurückerhalten werden… Gell, Jörgi?